Das wollten Menschen 2016 über die Liebe wissen

 

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Nein, das Jahr kann nicht zu Ende gehen mit einem Artikel vom August als aktuellstem Post hier. Ist überhaupt noch jemand da und liest mit? Sorry. Ich schreibe ja, aber eben auch woanders und manchmal, also allzu oft, sind dann einfach keine Buchstaben mehr übrig.

Gerade habe ich mir angesehen, welche meiner Kolumnen, die ich wöchentlich für die WELT Kompakt schreibe („Nicolas Liebeserklärungen“, immer dienstags) online (via welt.de) in 2016 zu den meistgelesenen gehörten. Ich wollte das für einen kleinen Jahresrückblick nutzen und versuchen, mir ein paar schlaue Gedanken dazu zu machen. Also.

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Manchmal will sie es doch

Ich verspreche, dich zu lieben, sagt Tracey Emin zu New York. Ich auch!

Manchmal hätte Louisa wahnsinnig gerne ein Date. Manchmal liest sie in Romanen wunderschöne Sätze, über den Zauber dieser ersten Verabredungen, über bauchkribbelnde Unsicherheiten. Oder sie sieht Videos, auf YouTube, kürzlich etwa dieses eine, in dem sich zwei Menschen daten, die schon mal betrunken miteinander Sex hatten. Jetzt treffen sie sich zum ersten Mal nüchtern und es wird ein wunderbar ungelenk-nervöses Treffen daraus, das mit der Aussicht auf ein zweites Date endet, aber wie das sein wird, ob man Sex haben wird oder nicht, all das bleibt unausgesprochen ungeklärt und genau deshalb so spannend.

Manchmal geht Louisa auch auf Dating-Seiten, liest sich Profile durch, sieht sich Fotos von Männern an und stellt sich vor, wie es mit diesen Männern wäre. Wie neu und aufregend sich ihre Wangen beim Küssen anfühlen würden oder wie hart ihre Arme wohl zupacken würden. Das Gute an diesen Männern ist nämlich, dass sie Projektionsfläche bieten, mit ihnen könnte alles passieren. Oder nichts. Denn Louisa hat nie ein Date mit einem dieser Männer.

Louisa darf keine Dates mehr haben.

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Es war schön mit dir. Komm gut heim!

Geht nicht ran? Klar, geht immer ran. Jeder.

Kommt sie, die Nachricht, die uns lächeln lässt?

Sie hatten wirklich einen bezaubernden Abend. Die Stunden sind verflogen, sie haben Gin mit Champagner getrunken, dann hat er sie zu Fuß zum Taxistand gebracht – und sie wünschte sich, dass der Weg noch viel länger dauern möge, weil sie sich so noch viel zu sagen hatten.

Es sind Abende wie diese, die den Weg bereiten, für den allerhübschesten aller Nach-dem-Date-Momente. Denn dann, in den Taxis oder in der Bahn, auf dem Stück zwischen Tschüss und Tür, da beginnt es, dieses Zeitfenster, das so perfekt ist, für die schönste aller SMS-WhatsApp-Nachrichtenformen: Die magische „Es war schön mit dir“-Nachricht. Sie ist eigentlich völlig sinnlos, weil man ja gerade noch zusammen war, weil man sich bei der Verabschiedung auch einfach hätte sagen können, dass es schön war. Und doch glaube ich, dass diese Nachrichtengattung der Grund ist, warum SMS erfunden werden mussten. Weiterlesen

Fünf Fragen, fünf Antworten – Liebster-Award

 

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Ich wurde von der tollen Sabine Wirsching nominiert, im Rahmen des „Liebster-Award“ (ach, was für ein schöner Name) fünf Fragen zu beantworten. Das mache ich gerne!

Das Leben ist schön, wenn…

… es mich machen lässt, wie ich gerne möchte. liebster-blog-award-2-post1

Was ist dein größter Antrieb?

Der Drang, einfach mal in Worte fassen zu müssen, was mich bewegt. Wenn es nämlich andere auch bewegt, wenn ich höre, dass ich damit manchmal irgendwie ein kleines Bisschen richtig lag.

Der Mensch, den ich am meisten bewundere, ist …

… Paul Watson? Weil er ziemlich heldenhaft ziemlich Großartiges für die Tierwelt tut.

Stell dir vor, es wird ein Text geschrieben und keiner liest ihn. Ist er dann da?

Das ist eine interessante Frage. Erinnert mich an stundenlange Diskussionen während meines Theaterwissenschaftsstudiums, zu Themen wie „exisitiert ein Foto?“ und so.

Ja, der Text ist da. Und das ist immer ein gutes Gefühl, weil ich es jedes Mal unglaublich finde, dass es mir gelungen ist, wirklich zu Buchstaben zu machen, was ich so im Kopf hatte. Vorher kann ich mir das nämlich nie vorstellen, dass das klappen könnte.

Wenn den Text dann noch jemand liest, ist es natürlich umso hübscher.

Stellt sich dir die Frage, gezielt auf Leserschaft hin-zuschreiben, oder schreibst du nur, was dir selbst am Herzen liegt und wie es dir am Herzen liegt?

Ich glaube nicht, dass das funktioniert, irgendwie merkt man Texten an, wenn sie versuchen, einen Stil zu imitieren. So soll  lesen, wer mich mag, ich möchte mich nicht anzubiedern versuchen. Und Herzen sind immer gut.

Zwischendurch: Neuigkeiten!

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Ausnahmsweise mal eine Ankündigung – der Blog und Kolumne werden nämlich lebendig. In meinem neuen YouTube-Channel, der noch viel Liebe (und Abonnenten braucht): Liebeserklaerer (na klar!) heißt er, die Themen sind auch klar: Männer, Frauen, Liebe, Dating, Flirts. Herzensangelegenheiten eben. 

https://www.youtube.com/liebeserklaerer

Bitte schaut vorbei, abonniert, sagt Bescheid, wie es euch gefällt!

Mit meiner Kollegin Sarah war ich dafür schon beim Face to Face-Massendating und habe Barkeeper nach ihren Flirt- und Datingtipps gefragt (eine Antwort: „Die Frau muss den Mann sexuell abhängig machen“). Jede Woche gibt es ein neues Video – es ist alles ganz wunderbar aufregend!

Heiraten: Ja! Verheiratet sein? Nein!

Ich würde gerne bald heiraten. Ich finde nur doof, dass man danach eine „verheiratete Frau“ ist. Das klingt allzu erwachsen und nach Atemnot, das müsste ich eigentlich nicht unbedingt haben. Aber eine Hochzeit, die wäre toll – ich wüsste auch schon genau, wie die aussehen sollte. Denn ich komme in diesen Tagen einfach nicht umhin, mich mit den diversen Aspekten einer solchen zu beschäftigen.

Deko bei der Hochzeit meiner Schwester

Deko bei der Hochzeit meiner Schwester

Derzeit heiraten in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis (und seien es nur Menschen, die ich auf Facebook kenne) so unglaublich viele Menschen, zeigen und posten Bilder von pastellfarbenen Candybars, von perlenbesetzten Brautsträußen, von springenden Trauzeugen (ja, das ist eklig, aber trotzdem infiltriert es mein Gehirn), dass ich all das gedanklich schon längst selbst durchgeplant habe. Als wäre es ein Mechanismus, der automatisch losläuft, sobald man schon wieder eine Braut sieht, die durch ein Stoffherz klettert.

Candy von der Candybar

Candy von der Candybar

 

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Der Tipp mit dem Tag. Traut euch einfach!

Statt Wochenendflirts in der Bar, lieber mitten am Tag und unter der Woche.

Statt Wochenendflirts in der Bar, lieber mitten am Tag und unter der Woche.

Vor einiger Zeit sprach ich mit ein paar sehr netten jungen Männern aus Hamburg übers Daten, darüber, wie der eine seine Freundin kennengelernt hatte und wie die anderen eben keine Freundinnen kennengelernt hatten. Wie es nicht ging: via Tinder, in der Disco, übers Internet. Am Ende kam einer mit der Theorie: „Tagsüber, auf der Straße Frauen ansprechen – so muss man es machen!“ Warum? Das sei doch logisch: Man hätte keine Konkurrenz und stünde nicht im Verdacht nur eine Frau fürs Bett in der kommenden Nacht zu suchen, wie es in einer Bar oder im Club ja so gut sein könnte.

Gleichzeitig riskiert er aber natürlich auch viel mehr: ohne Alkohol im Blut, im schnöden Tageslicht der Großstädte offenbart er mit seinem Interesse ein ganzes Stückchen von sich selbst. Ich habe unlängst ein paar Tage in Italien verbracht, wo, wie das Klischee es eben so will, mir genau das passiert ist: ein heller Tag, Einkaufstüten und ich, ein Mann und viele Komplimente mit einer Einladung zum gemeinsamen Fußballgucken (das wäre noch besser gegangen, ja). Aber nicht nur die Italiener trauen sich das: ebenfalls nicht lange her ist es, dass ich sogar die Fortgeschrittenene-Variante dieser Flirt-Mutprobe erlebte. Weiterlesen