Das wollten Menschen 2016 über die Liebe wissen

 

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Nein, das Jahr kann nicht zu Ende gehen mit einem Artikel vom August als aktuellstem Post hier. Ist überhaupt noch jemand da und liest mit? Sorry. Ich schreibe ja, aber eben auch woanders und manchmal, also allzu oft, sind dann einfach keine Buchstaben mehr übrig.

Gerade habe ich mir angesehen, welche meiner Kolumnen, die ich wöchentlich für die WELT Kompakt schreibe („Nicolas Liebeserklärungen“, immer dienstags) online (via welt.de) in 2016 zu den meistgelesenen gehörten. Ich wollte das für einen kleinen Jahresrückblick nutzen und versuchen, mir ein paar schlaue Gedanken dazu zu machen. Also.

Die meistgelesene meiner Kolumnen im Jahr 2016 war Dieser Satz ist besser als ‚Ich liebe Dich’ – klar, das war Klickbaiting und hat funktioniert.  Da wollte man dann wissen, wie man diese allmächtige aber eben auch abgedroschene Liebeserklärung besser machen kann. Meine Theorie: Mit „Ich liebe uns“. So schrieb ich im Januar: „Weil dieser Satz dem anderen Menschen verrät: Ich liebe mich, wie ich mit dir bin. Du machst mich zu einem liebenswerteren Menschen, ergänzt mich, verschönerst mich. Und ich dich. Nur zusammen ergeben wir diese Einheit, die es zu lieben lohnt.“
Zugegeben, etwas pathetisch – aber ich glaube immer noch, dass das ein wichtiger Gedanke ist. Ist „Ich liebe Dich“ nicht fast schon egoistisch? Geht es nicht um das Einzigartige, was genau diese beiden Menschen zusammen ergeben? Und darum, genau das mal wertzuschätzen.

Aber gut, genug Pathos. Auf Platz 2 wird es im November ganz handfest-praktisch. Da habe ich nämlich versprochen, eine ganz wichtige Frage zu beantworten – die ich übrigens vorher schon Eva Jaeggi, einer alten Dame und vor allem sehr erfahrenen Paartherapeutin gestellt hatte: „Wie bleibt man lebenslang ein Paar?“ Die unspektakuläre Antwort, in Kurzfassung:   „Einfach zusammenbleiben. Nicht gleich aufgeben, wenn es mal nicht so gut läuft. Durchhalten. Alles Parolen, die unsexy klingen, die am Ende aber für ziemlich viel Sexyness sorgen – zumindest für die, die eine lange Beziehung sexy finden.“

Das würde jetzt zu neuen Fragen führen – gibt es sie wohl doch, die Sehnsucht nach der lebenslangen Liebe? Aber ist diese Sehnsucht groß genug, solche Ratschläge zu befolgen – wenn wir überall nur romantisch-kribbelnd-aufregenden Lieben vorgeführt bekommen? Denn tatsächlich antworten Menschen, die es wissen müssen (wie Eva Jaeggi) immer wieder eher unromantisch auf die Fragen nach dem Geheimnis langer Beziehungen. So landet auf Platz 3 wieder ein Text, der dabei helfen soll, mit wieder einem weisen Menschen als Inspiration: dem 2014 verstorbenen Schauspieler Joachim Fuchsberger, der 60 Jahre lang mit seiner Frau Gundel zusammenblieb.

Ich bezog mich im Mai in „Diese fünf V sorgen für eine gute Beziehung“ nämlich auf die durch ihn bekannten vier V, mit denen er gerne auf die ihm immer wieder gestellte Frage nach dem Geheimnis seiner langen Ehe antwortete: Verstehen, Vertrauen, Verzeihen, Verzichten. Vor allem Letzteres auch irgendwie unsexy, aber eben auch einfach Realität. Für die Kolumne gab es dann aber Pöbelmails, weil ich die vier V um ein fünftes ergänzte: Verheimlichen:  „Vor allem zwei V sind es, die wichtiger werden, je länger eine Beziehung dauert. Verzeihen, was schief läuft, womit man sich verletzt. Verzichten auf das, was woanders lockt. Und: Verzeihen, weil man nicht verzichtet hat? Diese beiden V sind auch genau das, was den meisten Menschen schwer fällt. Vielleicht kann ein anderes V helfen. Verheimlichen nämlich. Dann muss man nicht so viel verzichten.“

Auf ein verwegenes 2017!

📝on ❤️💖💔 @welt_icon 📰💻

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