„Wir“-Pärchen – soll man sie mögen oder hassen?

Frosch oder Prinz oder Mann oder was?

Also, WIR mögen es gern grün.

Bislang kannte ich sie eigentlich nur vom Hören-Sagen. Diese Wir-Pärchen. Ja, dass man die zu hassen hat, war mir immer klar, aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gab es das eigentlich nie. Paare, die nur in Wir-Sätzen sprechen: „wir haben heute keine Zeit“, „wir mögen Helene Fischer“, davon hatte ich immer nur gelesen, gehört, darüber gelästert und sie aus der Ferne verlacht. Auch, weil ich mehr einzelne Menschen kenne und die mit mir befreundeten Pärchen natürlich alle viel zu cool sind, um so zu sprechen. Bis zum vergangenen Wochenende, das ich nämlich mit genau einem solchen Paar verbrachte. Weiterlesen

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Entweder ganz – oder gar nicht

 

Fundstück

Fundstück

Die Themen rund um die Liebe sind ja unerschöpflich. Eigentlich. Uneigentlich lief ich gestern auf der Suche nach einer guten Idee für diese Kolumne durch meine Wohnung. Da lag dann eine Zeitschrift, aufgeschlagen ein Artikel darüber, warum junge Männer heutzutage im Bett immer öfter versagen. Nämlich, weil sie zu viel Pornos gucken, sich dabei zu viel selbst befriedigen und das dann mit einer echten Frau alles nicht mehr so gut funktioniert. Aber eine Kolumne über Pornosucht? Nein, verworfen.

Dann fand ich eine Platte von einem dieser zwei Miami-Vice-Typen, die ich meinem Freund schenken wollte, einfach so, weil er das irgendwie lustig findet. „Kleine Geschenke erhalten die Liebe“, ging mir durch den Kopf, aber für eine ganze Kolumne reicht das doch auch nicht. Verworfen. Dann stieß ich mal wieder gegen dieses Regal in meinem Flur, weil der viel zu eng ist und herunter fiel ein Button, der mal in einer Goodie-Bag war, die ich auf einer Modenschau bekommen hatte. „Love me or Leave me“ stand da drauf. Ich erinnerte mich: Das Label wollte wohl mal „was anderes“ machen, daher sang eine Live-Band auf der Modenschau. Weiterlesen

Warum zwei die Zahl der Liebe ist

Fünf? 1 + 1 = 2

Fünf? 1 + 1 = 2

Liebe ist nicht logisch, das wissen wir inzwischen. Auch für das Ganze drum herum gibt es keine Regeln, keine Richtlinien, keine eindeutigen Bestimmungen – auch wenn gerade die Amerikaner versuchen, mit ihren Dating-Rules eine Ordnung in dieses von Gefühlen und Hormonen durcheinander gewirbelte Feld zu bringen. Nach drei Dates darf man Sex haben (oder so) und wenn man geklärt hat, ob man „exclusive“ ist, ist man ein Paar. Dennoch, ohne Spielchen, fehlinterpretierte Signale, Herzklopfen und Enttäuschungen geht es doch eigentlich nie vonstatten, wenn aus zwei Menschen ein Paar werden soll.

Grit Schuster und Miriam Stein, die eine Art Directorin, die andere Texterin, haben sich der ewigen Fragen rund um die Liebe nun mal von einer anderen Seite angenommen und ein Buch mit vielversprechendem Titel veröffentlicht: „Erklär mir Liebe – endlich!“, heißt es, im Untertitel: „Männer und Frauen zum Nachrechnen und Verstehen.“ Und so gibt es Grafiken, Formeln und Schaubilder, die Fragen beantworten wollen: „Wer ist nur die Richtige?“, zum Beispiel, oder „Woher weiß ich, dass sie mich auch mag?“. Ja, laut Schuster und Stein gibt es nämlich für all das nachvollziehbare Logiken. Wäre das nicht beruhigend?
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Lasst uns plaudern!

Reden, reden, reden! Daszu ein Drink ist auch keine schlechte Idee.

Reden, reden, reden! Dazu ein Drink ist auch keine schlechte Idee.

Eigentlich wollte ich über diesen Film nichts schreiben. Über diesen Film, der von so manchem Feuilleton gelobt wurde, obwohl er doch einfach nur nervig war. „Her“ mit Joaquin Phoenix, der sich in die Stimme (Scarlett Johansson) des Betriebssystems seines Handys verliebt. Und die verliebt sich in ihn. Natürlich, das klingt schon bizarr, ist aber eine interessante Idee für einen „Near-Future“-Film, die durchaus hätte funktionieren können. Wenn denn die Umsetzung nicht so … schwierig gewesen wäre. So haben die beiden irgendeine Form von virtuellem Sex, sie stöhnt nach zehn Sekunden bereits ekstatisch und man kann vor Fremdscham kaum hinsehen, obwohl man eh nichts sieht – weil die beiden in einer anderen Ebene lieben, die durch Schwarzbild symbolisiert wird. Wie auch immer.

Warum ich nun doch darüber schreibe? Weil man die Idee von der Macht der Worte in und rund um Liebe und Partnerschaft nicht unterschätzen darf (und sie kein Opfer der Nervigkeit des Films sein soll).

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Ich mach für dich das Licht aus. Besser so!

 

Ein seltener Anblick. Ist auch schon etwas her.

Ein seltener Anblick. Ist auch schon etwas her.

Eigentlich spreche ich nicht über Musik. Meine absolute Hass-Frage bei ersten oder zweiten Dates ist „Und, welche Musik hörst du so?“. Ich höre tatsächlich kaum Musik, habe keinen MP3-Player, kein Radio, würde von Menschen die zu Zeiten des StudiVZ in Gruppen waren wie „’Eigentlich alles’ ist kein Musikgeschmack“ verhöhnt werden. Tatsächlich lebe ich damit aber trotzdem ganz gut , auch wenn ich von manchen Liedern erst höre, wenn sie auf irgendwelchen „Best Of“-Alben landen, für die Fernseh-Werbung gemacht wird oder jemand sie bei „Deutschland sucht den Superstar“ nachsingt. Daher ist es geradezu unglaublich, dass ich unlängst über „Ich lass für dich das Licht an“ sprach, einen Song, den die Band Revolverheld im erst Januar veröffentlicht hatte.

Meine Freundin Caroline berichtete nämlich, sie hätte weinen müssen, als sie dieses Lied hörte. Ich war ganz stolz, dass ich wusste, von welchen Song sie sprach ­ – und mir sogar schon Gedanken dazu gemacht hatte. Nämlich, dass eine solche Beziehung wie die, von der der junge Mann (ich weiß natürlich nicht, wie die Sänger von Revolverheld heißen) da singt, höchst problematisch ist. Weiterlesen

Einer will immer mehr

 

Geht nicht ran? Klar, geht immer ran. Jeder.

Geht nicht ran? Klar, geht immer ran. Jeder.

„Ich wähl deine Nummer, du bist kaum aus dem Haus. Vermiss dich nach Stunden schon sehr. Du gehst nicht ran – vielleicht Akku leer? Die Nacht bleibt ohne Funkverkehr.“ So schildert Sängerin Annett Louisan in ihrem aktuellen Album diese Lebens- und Liebessituation, die wir alle kennen und unter der wir doch alle schon gelitten haben – egal, auf welcher Seite wir stehen. Diese Situation heißt, wie auch das Lied: „Einer liebt immer mehr“. Einer liebt mehr, einer hofft mehr, einer will mehr – und das geht schon los, wenn wir uns gerade erst kennengelernt haben.

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Du, was ist das denn? Das mit uns?

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Sehen alle aus wie Pärchen. Sind aber keine. Oder?

Es ist die eine, wichtige Frage, die sich zwischen zwei Menschen, die Dates haben, irgendwann auftut: Was sind wir denn jetzt? Ein richtiges Paar, sind wir Freunde, die Sex haben, daten wir „nur“ – oder was soll das Ganze? Ja, diese Frage kommt auf – doch man muss sie auch stellen. Problematisch wird es, wenn nur einer von zweien wissen will, woran er ist – und der andere alles so dahinplätschern lässt. Weil er (ja, meistens er, manchmal sie) sich nicht bekennen will, andere Möglichkeiten offen halten will, sich nicht binden will – aber auf die Annehmlichkeiten eines beziehungsähnlichen Lebens nicht verzichten will. Glück hat da, wer prominent ist.

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