Lasst uns plaudern!

Reden, reden, reden! Daszu ein Drink ist auch keine schlechte Idee.

Reden, reden, reden! Dazu ein Drink ist auch keine schlechte Idee.

Eigentlich wollte ich über diesen Film nichts schreiben. Über diesen Film, der von so manchem Feuilleton gelobt wurde, obwohl er doch einfach nur nervig war. „Her“ mit Joaquin Phoenix, der sich in die Stimme (Scarlett Johansson) des Betriebssystems seines Handys verliebt. Und die verliebt sich in ihn. Natürlich, das klingt schon bizarr, ist aber eine interessante Idee für einen „Near-Future“-Film, die durchaus hätte funktionieren können. Wenn denn die Umsetzung nicht so … schwierig gewesen wäre. So haben die beiden irgendeine Form von virtuellem Sex, sie stöhnt nach zehn Sekunden bereits ekstatisch und man kann vor Fremdscham kaum hinsehen, obwohl man eh nichts sieht – weil die beiden in einer anderen Ebene lieben, die durch Schwarzbild symbolisiert wird. Wie auch immer.

Warum ich nun doch darüber schreibe? Weil man die Idee von der Macht der Worte in und rund um Liebe und Partnerschaft nicht unterschätzen darf (und sie kein Opfer der Nervigkeit des Films sein soll).

Ja, man kann sich in jemanden verlieben, mit dem man nur telefoniert oder gar nur Nachrichten ausgetauscht hat. Und das richtig, Frauen, die sogenannten „Romance Scammern“ verfallen, Männern, die sie über das Internet anschreiben um am Ende Geld rauszuschlagen, sind die traurige Bestätigung dieser These. „Ich hatte eine Gänsehaut, wenn ich von ihm gelesen habe, wenn wir telefoniert haben, ging ein Schauer durch meinen ganzen Körper“, erzählte mir mal Angelika, die sich nicht nur in ein solchen Internet-Phantom verliebte, nein, die sogar sagt, dass sie ihn geliebt habe.

Und in Beziehungen ist das Reden mehr als wichtig. Genauso wie man sich regelmäßig körperlich nah sein muss, um die Bindung zu erhalten und zu verstärken, muss man miteinander sprechen. Keine Problemgespräche, vielmehr banale Alltagsdinge. „Sonst kann es passieren, dass die Frau irgendwann einen Mann trifft, der sie fragt: Was haben Sie heute so gemacht? Zwei Wochen später trifft sie ihn wieder und er will wissen, was sie am Wochenende gemacht hat. So fangen Affären an“, warnt Christian Thiel, Single- und Paarberater. Und für die großen As des Pärchen-ABCs, Anteilnahme und Aufmerksamkeit (die sogar mehr wiegen als Einkommen oder Attraktivität, so Thiel) – dafür braucht man tatsächlich nicht unbedingt einen Körper. Sondern nur Sprache, die das Interesse am anderen transportiert.

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