Liebeserklärung: Die Qual der Wahl

Alle gleich hübsch - welche soll es also sein? Männern ist das oft egal

Alle gleich hübsch – welche soll es also sein? Männern ist das oft egal

Am Wochenende saß ich mit ein paar Menschen in einer Bar. Darunter: Maja, die von sich sagt, sie wäre nie lange Single und mit relativ fliegenden Wechseln von einer Beziehung in die nächste geht. Und mein Schulfreund Michael, der sich nicht so recht zu den Mädchen bekennen mag, die er datet – und sich lieber für die Variante „gar nicht“ entscheidet, wenn sie ihn irgendwann vor die Wahl zwischen „ganz oder gar nicht“ stellen.

Daher ist er also schon seit Längerem Single – was ich allerdings besser verstehen kann, als das Beziehungs-Hopping von Maja.

Bevor ich zum Teil eines Pärchens wurde, lebte ich auch relativ lange Zeit in diesem schwammigen Dating-Universum, ohne, dass da jemand gewesen wäre, mit dem es so richtig klappen sollte und klappen wollte.

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Der Partner ist kein Accessoire

 

Das ist ein Fußball und keine Handtasche. Genauso wie Freund oder Freundin keine sein sollte

Das ist ein Fußball und keine Handtasche. Genauso wie Freund oder Freundin keine sein sollte

Mein Lieblingszitat in diesen Tagen stammt von Thomas Müller. Der sagte über seine Frau Lisa: „Sie ist ja keine Handtasche.“ Dieser wundervolle Satz war seine Antwort auf die fast schon empörte Frage der Medien, warum, um Himmels willen!, seine Frau nicht mit nach Brasilien gereist sei, um ihn dabei zu bewundern, wie er Fußballweltmeister wurde. Lisa war nämlich, anders als die meisten anderen Spielerfrauen und –freundinnnen, zu Hause geblieben, sie nahm in Deutschland an Reitturnieren teil und kümmerte sich um Pferde und Hunde.

Übrigens durchaus erfolgreich, also das mit den Reitturnieren, sie gewann am Tag des WM-Finales den Kurz-Grand Prix der Dressurreiter bei den Bayerischen Meisterschaften in München, wurde damit bayerische Vizemeisterin in der Altersklasse U25. Das ist ein sehr schöner Erfolg, über den sich Thomas Müller sicherlich freut, genauso wie sie über seinen Weltmeistertitel. Ja, manch einer mag sagen, man könne das nicht vergleichen – aber darum geht es ja auch gar nicht.
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Entweder ganz – oder gar nicht

 

Fundstück

Fundstück

Die Themen rund um die Liebe sind ja unerschöpflich. Eigentlich. Uneigentlich lief ich gestern auf der Suche nach einer guten Idee für diese Kolumne durch meine Wohnung. Da lag dann eine Zeitschrift, aufgeschlagen ein Artikel darüber, warum junge Männer heutzutage im Bett immer öfter versagen. Nämlich, weil sie zu viel Pornos gucken, sich dabei zu viel selbst befriedigen und das dann mit einer echten Frau alles nicht mehr so gut funktioniert. Aber eine Kolumne über Pornosucht? Nein, verworfen.

Dann fand ich eine Platte von einem dieser zwei Miami-Vice-Typen, die ich meinem Freund schenken wollte, einfach so, weil er das irgendwie lustig findet. „Kleine Geschenke erhalten die Liebe“, ging mir durch den Kopf, aber für eine ganze Kolumne reicht das doch auch nicht. Verworfen. Dann stieß ich mal wieder gegen dieses Regal in meinem Flur, weil der viel zu eng ist und herunter fiel ein Button, der mal in einer Goodie-Bag war, die ich auf einer Modenschau bekommen hatte. „Love me or Leave me“ stand da drauf. Ich erinnerte mich: Das Label wollte wohl mal „was anderes“ machen, daher sang eine Live-Band auf der Modenschau. Weiterlesen

Warum zwei die Zahl der Liebe ist

Fünf? 1 + 1 = 2

Fünf? 1 + 1 = 2

Liebe ist nicht logisch, das wissen wir inzwischen. Auch für das Ganze drum herum gibt es keine Regeln, keine Richtlinien, keine eindeutigen Bestimmungen – auch wenn gerade die Amerikaner versuchen, mit ihren Dating-Rules eine Ordnung in dieses von Gefühlen und Hormonen durcheinander gewirbelte Feld zu bringen. Nach drei Dates darf man Sex haben (oder so) und wenn man geklärt hat, ob man „exclusive“ ist, ist man ein Paar. Dennoch, ohne Spielchen, fehlinterpretierte Signale, Herzklopfen und Enttäuschungen geht es doch eigentlich nie vonstatten, wenn aus zwei Menschen ein Paar werden soll.

Grit Schuster und Miriam Stein, die eine Art Directorin, die andere Texterin, haben sich der ewigen Fragen rund um die Liebe nun mal von einer anderen Seite angenommen und ein Buch mit vielversprechendem Titel veröffentlicht: „Erklär mir Liebe – endlich!“, heißt es, im Untertitel: „Männer und Frauen zum Nachrechnen und Verstehen.“ Und so gibt es Grafiken, Formeln und Schaubilder, die Fragen beantworten wollen: „Wer ist nur die Richtige?“, zum Beispiel, oder „Woher weiß ich, dass sie mich auch mag?“. Ja, laut Schuster und Stein gibt es nämlich für all das nachvollziehbare Logiken. Wäre das nicht beruhigend?
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Ich mach für dich das Licht aus. Besser so!

 

Ein seltener Anblick. Ist auch schon etwas her.

Ein seltener Anblick. Ist auch schon etwas her.

Eigentlich spreche ich nicht über Musik. Meine absolute Hass-Frage bei ersten oder zweiten Dates ist „Und, welche Musik hörst du so?“. Ich höre tatsächlich kaum Musik, habe keinen MP3-Player, kein Radio, würde von Menschen die zu Zeiten des StudiVZ in Gruppen waren wie „’Eigentlich alles’ ist kein Musikgeschmack“ verhöhnt werden. Tatsächlich lebe ich damit aber trotzdem ganz gut , auch wenn ich von manchen Liedern erst höre, wenn sie auf irgendwelchen „Best Of“-Alben landen, für die Fernseh-Werbung gemacht wird oder jemand sie bei „Deutschland sucht den Superstar“ nachsingt. Daher ist es geradezu unglaublich, dass ich unlängst über „Ich lass für dich das Licht an“ sprach, einen Song, den die Band Revolverheld im erst Januar veröffentlicht hatte.

Meine Freundin Caroline berichtete nämlich, sie hätte weinen müssen, als sie dieses Lied hörte. Ich war ganz stolz, dass ich wusste, von welchen Song sie sprach ­ – und mir sogar schon Gedanken dazu gemacht hatte. Nämlich, dass eine solche Beziehung wie die, von der der junge Mann (ich weiß natürlich nicht, wie die Sänger von Revolverheld heißen) da singt, höchst problematisch ist. Weiterlesen

Warum Liebe manchmal gar nicht sein muss

Nicolas Liebeserklärungen

Liebe? Wie wäre es mit: „In Romance We Trust“?

Amerika, in den 50er-Jahren: Frauen mixen ihren Männern Drinks, wenn diese von der Arbeit kommen. Sie tragen dabei hübsche Kleider und sind bereit, wenn der Mann mit ihnen schlafen will. Sie glauben an das, was in Frauenzeitschriften steht, nämlich, dass man aus Liebe heiratet (gut, dass glauben wir heute auch noch). Und wenn sie mit einem Mann Sex haben, dann lieben sie ihn, weil man ja keinen Sex haben darf, wenn man denjenigen nicht liebt.

Doch Virginia, die ist anders: „Frauen verwechseln häufig Liebe mit physischer Anziehung“, erklärt die Protagonistin der Serie „Masters of Sex“ ihrem Chef, dem Gynäkologen William Masters. „Sie denken oft, dass Sex und Liebe dasselbe sind, aber das muss nicht so sein, das kann man auch voneinander trennen. Sex kann im Grunde wunderbar für sich stehen.“ So knapp und klar beantwortet sie diese ewig und immer wieder diskutierte Frage. Und auch wenn gerade Frauen gerne etwas anderes behaupten, Weiterlesen

Einer will immer mehr

 

Geht nicht ran? Klar, geht immer ran. Jeder.

Geht nicht ran? Klar, geht immer ran. Jeder.

„Ich wähl deine Nummer, du bist kaum aus dem Haus. Vermiss dich nach Stunden schon sehr. Du gehst nicht ran – vielleicht Akku leer? Die Nacht bleibt ohne Funkverkehr.“ So schildert Sängerin Annett Louisan in ihrem aktuellen Album diese Lebens- und Liebessituation, die wir alle kennen und unter der wir doch alle schon gelitten haben – egal, auf welcher Seite wir stehen. Diese Situation heißt, wie auch das Lied: „Einer liebt immer mehr“. Einer liebt mehr, einer hofft mehr, einer will mehr – und das geht schon los, wenn wir uns gerade erst kennengelernt haben.

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