Helfen Porno-Fotos gegen Date-Nervosität?

Traditionell bin ich sehr aufgeregt, wenn ich Gudio treffe. Es wird aber besser

Traditionell bin ich sehr aufgeregt, wenn ich Gudio treffe. Es wird aber besser

Vor einiger Zeit, ich war noch Studentin, hatte ich ein Date mit einem sehr netten, gutaussehenden Amerikaner, wir trafen uns in einer typischen Mittelgroßstadt-Date-Location: Eine Bar, in der man auch Pasta, Sandwiches oder Burger essen kann, beziehungsweise ein Mainstream-Restaurant, in dem es auch eine Cocktailkarte gab. Wir waren gegen acht verabredet, ich hatte vorher schon etwas gegessen und bestellte mir wahrscheinlich etwas wie eine Weinschorle. Er aß Spareribs, noch bevor sein Essen kam sah er mich an und fragte: „Bist du wohl sehr nervös? Weil du gar nichts essen kannst wegen unseres Dates.“

Ich war damals sehr empört, dass er mir das unterstellte, weil ich nämlich wirklich gar nicht nervös war (und ihn jetzt sehr eingebildet fand) – aber natürlich wusste ich, wovon er sprach.
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Liebe Tinder-Männer, ist das Euer Ernst?

Die beiden sind glücklich zu zwei. Aber kennen sich bestimmt nicht über Tinder

Die beiden sind glücklich zu zwei. Aber kennen sich bestimmt nicht über Tinder

In dieser besinnlichen Vorweihnachtszeit möchte ich diese Stelle nutzen, um relativ unkommentiert eine kleine, private Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die man sich so erzählt, wenn man spricht – über Männer, Dates und Tinder, aber auch eine Geschichte, die man kaum glauben mag und zu der man gar nichts sagen kann, wenn man sie anderen erzählt.

Meine liebe Freundin Tanja hat nach einigem Zögern unlängst erstmals diese sogenannte und vielbesprochene Datingplattform Tinder ausprobiert. Das hat ihr schon von Anfang an gar nicht so viel Spaß gemacht, da Jungs häufig nur chatten, sich aber nicht treffen wollten und oft Unterhaltungen anfingen, die sie dann nie zu Ende führten. Das Übliche eben.

Dennoch verzagte sie nicht und machte Dates aus, mit denen, mit denen das am Ende möglich war. Einer sagte ziemlich kurzfristig ab. So kurzfristig, dass sie schon in dem Café saß und wartete – aber, hey, immerhin hat er sich gemeldet! Das tun nämlich nicht alle. Bei ihrem zweiten ersten Date wartete sie eine Weile und noch eine Weile und nach einer weiteren Weile war klar, dass er wohl gar nicht mehr kommen würde.

Weil sie sich die ganze Zeit nervös umsah, fragte irgendwann ein Mädchen am Nebentisch, ob denn alles in Ordnung sei. „Ja ja, ich wurde nur eben versetzt, das ist ein bisschen komisch. Aber alles gut“, antwortete Tanja. „Tinder, oder?“, fragte das Mädchen. Hach, ja. Man kennt das.

Weil aber mit „Tinder, oder?“ nicht alles entschuldigt ist, schrieb Tanja am Abend dem jungen Mann, dass es nicht gerade von Anstand zeuge, eine Frau so kommentarlos in der Bar sitzen zu lassen.

Was dann kam, kannte ich, ehrlich gesagt, noch nicht. Zunächst wenigstens mal eine prompte Antwort. Doch die lautete: „Fass dir doch erst mal an die eigene Nase!“ Es sei nämlich so gewesen: „Ich habe dir am Dienstag um 18:32 Uhr geschrieben – und du hast das gesehen, aber bis Donnerstag, 17:12 Uhr nicht geantwortet! Jetzt siehst du eben mal, wie das ist. Wie sich das anfühlt!“ Jaha. Und jetzt werde sie es sich wohl genauer überlegen, ob sie noch mal jemanden so lange warten lasse.

Dass er zu einem verabredeten Treffen nicht erschienen war, war also als Strafe für (nach seinem Empfinden) verspätetes Zurückschreiben gedacht – und, noch schlimmer, er verkaufte es gar als Erziehungsmaßnahme. Wie viele Männer Frauen da schon wie viele Tage an irgendwelche Plätze hätten bestellen müssen, mag man gar nicht ausrechnen.

Man könnte überhaupt nun so unendlich viel dazu sagen, schreiben, Online-und mobiles Dating in Frage stellen, über dauernde Erreichbarkeit philosophieren und darüber, in welche Situationen uns blaue What’s App-Haken bringen können – aber weil das die Energie vielleicht einfach nicht wert ist, und manchmal auch einfach der gesunde Menschenverstand reichen muss, um Situationen zu bewältigen und einzuschätzen, soll eines reichen: Tanja, sei bitte einfach nur froh, dass du dich mit diesem Menschen nicht treffen musstest.

Außerdem hat ein Single-Weihnachten auch so seinen Reiz – man kann in Ruhe mit dem Barbie-Traummobil aus den 90ern spielen und jeden Fingernagel in einer anderen Farbe lackieren. Mehr Tipps im Video

Getestet: „Face to Face“-Dating

Am Wochenende war ich auf einer Single-Veranstaltung. Auf einem Dating-Event. Auf einer Kennenlern-Party. Wie man es auch formuliert – es klingt schlimm. Nach Kurzarmhemd-Trägern, nach „Und was machst du so?“, nach Größenunterschied und „Ü-40“. Und genauso war es. Dabei war die Idee eigentlich nicht schlecht: Beim „Face to Face“-Dating kann man an einem Abend etwa 40 potenzielle Partner kennenlernen. Theoretisch.

Die Regeln sind kompliziert: Mit einem zuvor fest zugeteilten Menschen tingelt man im eineinhalb-Stunden-Rhythmus durch drei Bars. In jeder Bar trifft man auf jeweils zwei andere Paare, nach Ablauf der 90 Minuten trennt man sich, ein Paar bleibt, die anderen gehen in jeweils andere Bars, wo wieder zwei neue Paare warten. Ich bewundere die Veranstalter für die Logistik – so entstehen aus insgesamt rund 40 Paaren diverse Kombinationen, am Ende treffen sich alle Teilnehmer in einer letzten Location. Weiterlesen

„Ich hab dich nur angenommen, weil du gut aussiehst“

Auf Facebook wartet der Frosch

Auf Facebook wartet der Frosch

Der neue, heiße Dating Trend? Flirten per Facebook – wenn es nach dem selbsternannten Dating-Experten Daniel Urban (eigentlich Schauspieler) geht. Er hat unlängst ein E-Book veröffentlich: „Die Facebook-Verführung“. Mir hingegen fallen schon beim Tippen der Wortkombination von „Facebook“ und „Flirten“ beinahe die Augen zu. 2008 schrieb ich meinen ersten Artikel darüber, und auch damals schon eher mit der These, wie kompliziert Facebook unser Liebesleben macht.

All diese Thesen sind längst durchdiskutiert, zu Ende gedacht, verworfen oder bestätigt, und Facebook ist einfach etwas, das da ist. Um zu flirten, ja, manchmal, so wie man per SMS oder WhatsApp flirtet, im Café oder im Büro, in Mails oder Zetteln auf dem Küchentisch. Längst haben wir genug Medienkompetenz, um Facebook richtig einzuordnen – klar, als Plattform, auf der wir Affären ausstalken können, auf der wir, wenn wir mögen, Pärchenfotos oder den Beziehungsstatus posten, und manchmal ist Facebook eben einfach nur praktisch, um Real-Life-Dates auszumachen. All das hindert Daniel Urban aber nicht an seiner Mission: Weiterlesen

Die Bachelorette hat mich bekehrt

Ich trage hier die Frisur der Bachelorette der vergangenen Folge. Mit Rosen im Haar. Rosen! Verschenke aber keine - sondern feiere eine Hochzeit, das Ziel aller Bachelorettes

Ich trage hier die Frisur der Bachelorette der vergangenen Folge. Mit Rosen im Haar. Rosen! Verschenke aber keine – sondern feiere eine Hochzeit, das Ziel aller Bachelorettes

Seit drei Wochen läuft „Die Bachelorette“ auf RTL. Seitdem bin ich hin und hergerissen, ob es erstrebenswert sein könnte, Bachelorette zu sein. Prinzipiell ist das natürlich toll, 20 Männer, die einen wollen (beziehungsweise: wollen müssen) und ein Fernsehsender, der einen als absolut begehrenswerte Frau inszeniert (obwohl man da bei Bachelorette Anna noch etwas mehr machen könnte). Andererseits muss man selbst natürlich auch mindestens einen dieser Männer gut finden – wobei Anna sich da nicht wirklich schwer tut. Bei gefühlt jedem Kandidaten kriegt sie weiche Knie, Herzklopfen oder wird ihr vor Begeisterung schlecht. In der letzten Folge dann der Romantik-Overkill, angesichts dessen einem wirklich schlecht wurde ­– und ich sehr froh war, nicht Bachelorette zu sein. Weil ich nicht gewusst hätte, wie man mit diesen Situationen umgeht: Weiterlesen

Liebeserklärung: Die Qual der Wahl

Alle gleich hübsch - welche soll es also sein? Männern ist das oft egal

Alle gleich hübsch – welche soll es also sein? Männern ist das oft egal

Am Wochenende saß ich mit ein paar Menschen in einer Bar. Darunter: Maja, die von sich sagt, sie wäre nie lange Single und mit relativ fliegenden Wechseln von einer Beziehung in die nächste geht. Und mein Schulfreund Michael, der sich nicht so recht zu den Mädchen bekennen mag, die er datet – und sich lieber für die Variante „gar nicht“ entscheidet, wenn sie ihn irgendwann vor die Wahl zwischen „ganz oder gar nicht“ stellen.

Daher ist er also schon seit Längerem Single – was ich allerdings besser verstehen kann, als das Beziehungs-Hopping von Maja.

Bevor ich zum Teil eines Pärchens wurde, lebte ich auch relativ lange Zeit in diesem schwammigen Dating-Universum, ohne, dass da jemand gewesen wäre, mit dem es so richtig klappen sollte und klappen wollte.

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Das große Tinder-Spiel

tinder

Nun ist die Dating-App „Tinder“ ja schon länger nichts Neues mehr. Ihren größten Reiz hat sie bereits verloren, dennoch tindern Singles unter dreißig eifrig vor sich hin. Kurz zur Erklärung, für die, die es (noch) nicht tun: Die App schickt zeigt dem Nutzer die Facebook-Profilfotos anderer Singles, außer diesem Foto, dem Alter und der Anzahl gemeinsamer Freunde gibt es keine weiteren Informationen. Wer möchte, kann sich in einem kurzen Satz oder ein paar Stichwörtern vorstellen, doch dann soll man nach einem Blick entscheiden: Wische ich das Foto mit einer schicksalshaften Handbewegung nach rechts (und erlaube dem anderen damit eine Kontaktaufnahme) oder nach links (und sage Nein)? Wenn die Entscheidung beider Singles übereinstimmt, können sie über den Chat der App losflirten, sich verabreden und verlieben.

So die Theorie.
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