„Ich hab dich nur angenommen, weil du gut aussiehst“

Auf Facebook wartet der Frosch

Auf Facebook wartet der Frosch

Der neue, heiße Dating Trend? Flirten per Facebook – wenn es nach dem selbsternannten Dating-Experten Daniel Urban (eigentlich Schauspieler) geht. Er hat unlängst ein E-Book veröffentlich: „Die Facebook-Verführung“. Mir hingegen fallen schon beim Tippen der Wortkombination von „Facebook“ und „Flirten“ beinahe die Augen zu. 2008 schrieb ich meinen ersten Artikel darüber, und auch damals schon eher mit der These, wie kompliziert Facebook unser Liebesleben macht.

All diese Thesen sind längst durchdiskutiert, zu Ende gedacht, verworfen oder bestätigt, und Facebook ist einfach etwas, das da ist. Um zu flirten, ja, manchmal, so wie man per SMS oder WhatsApp flirtet, im Café oder im Büro, in Mails oder Zetteln auf dem Küchentisch. Längst haben wir genug Medienkompetenz, um Facebook richtig einzuordnen – klar, als Plattform, auf der wir Affären ausstalken können, auf der wir, wenn wir mögen, Pärchenfotos oder den Beziehungsstatus posten, und manchmal ist Facebook eben einfach nur praktisch, um Real-Life-Dates auszumachen. All das hindert Daniel Urban aber nicht an seiner Mission: Weiterlesen

Die Bachelorette hat mich bekehrt

Ich trage hier die Frisur der Bachelorette der vergangenen Folge. Mit Rosen im Haar. Rosen! Verschenke aber keine - sondern feiere eine Hochzeit, das Ziel aller Bachelorettes

Ich trage hier die Frisur der Bachelorette der vergangenen Folge. Mit Rosen im Haar. Rosen! Verschenke aber keine – sondern feiere eine Hochzeit, das Ziel aller Bachelorettes

Seit drei Wochen läuft „Die Bachelorette“ auf RTL. Seitdem bin ich hin und hergerissen, ob es erstrebenswert sein könnte, Bachelorette zu sein. Prinzipiell ist das natürlich toll, 20 Männer, die einen wollen (beziehungsweise: wollen müssen) und ein Fernsehsender, der einen als absolut begehrenswerte Frau inszeniert (obwohl man da bei Bachelorette Anna noch etwas mehr machen könnte). Andererseits muss man selbst natürlich auch mindestens einen dieser Männer gut finden – wobei Anna sich da nicht wirklich schwer tut. Bei gefühlt jedem Kandidaten kriegt sie weiche Knie, Herzklopfen oder wird ihr vor Begeisterung schlecht. In der letzten Folge dann der Romantik-Overkill, angesichts dessen einem wirklich schlecht wurde ­– und ich sehr froh war, nicht Bachelorette zu sein. Weil ich nicht gewusst hätte, wie man mit diesen Situationen umgeht: Weiterlesen

Liebeserklärung: Die Qual der Wahl

Alle gleich hübsch - welche soll es also sein? Männern ist das oft egal

Alle gleich hübsch – welche soll es also sein? Männern ist das oft egal

Am Wochenende saß ich mit ein paar Menschen in einer Bar. Darunter: Maja, die von sich sagt, sie wäre nie lange Single und mit relativ fliegenden Wechseln von einer Beziehung in die nächste geht. Und mein Schulfreund Michael, der sich nicht so recht zu den Mädchen bekennen mag, die er datet – und sich lieber für die Variante „gar nicht“ entscheidet, wenn sie ihn irgendwann vor die Wahl zwischen „ganz oder gar nicht“ stellen.

Daher ist er also schon seit Längerem Single – was ich allerdings besser verstehen kann, als das Beziehungs-Hopping von Maja.

Bevor ich zum Teil eines Pärchens wurde, lebte ich auch relativ lange Zeit in diesem schwammigen Dating-Universum, ohne, dass da jemand gewesen wäre, mit dem es so richtig klappen sollte und klappen wollte.

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Das große Tinder-Spiel

tinder

Nun ist die Dating-App „Tinder“ ja schon länger nichts Neues mehr. Ihren größten Reiz hat sie bereits verloren, dennoch tindern Singles unter dreißig eifrig vor sich hin. Kurz zur Erklärung, für die, die es (noch) nicht tun: Die App schickt zeigt dem Nutzer die Facebook-Profilfotos anderer Singles, außer diesem Foto, dem Alter und der Anzahl gemeinsamer Freunde gibt es keine weiteren Informationen. Wer möchte, kann sich in einem kurzen Satz oder ein paar Stichwörtern vorstellen, doch dann soll man nach einem Blick entscheiden: Wische ich das Foto mit einer schicksalshaften Handbewegung nach rechts (und erlaube dem anderen damit eine Kontaktaufnahme) oder nach links (und sage Nein)? Wenn die Entscheidung beider Singles übereinstimmt, können sie über den Chat der App losflirten, sich verabreden und verlieben.

So die Theorie.
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Mit diesen SMS sind Antworten garantiert. Wirklich?

sms

Sarah (rechts) und ich bei der Durchführung des perfiden Tests

Es ist ein durchaus ambitioniertes Versprechen: „Jede Frau“ sollen Männer verführen können, wenn sie dieses Buch gelesen haben. Maximilian Pütz, der angibt, er sei als Verführungscoach „deutschlandweit bekannt“ geworden und Männerrechtler Arne Hoffmann, der „etwa fünfzig Bücher“ veröffentlicht hat, haben nicht weniger als „die Bibel des Single-Mannes“ verfasst. „Das Gesetzt der Eroberung“ (Heyne) heißt das Werk, sie wollen ihn darin lehren, wie er zum „perfekten Eroberer“ wird, gar zum „Casanova“ und „Flirtguru“. Dazu gibt es konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen, es geht von Ansprechen, Anlächeln übers Anrufen, Einladen, Unterhalten, bis zur Frage, wie man eine Frau „am einfachsten und schnellsten“ ins Bett bekommt.

Ein typisches Pick-Up-Artist-Werk, mit Ratschlägen, die so durchaus funktionieren können (die Frau beiläufig berühren, ihr lange in die Augen schauen, Komplimente machen, an reizvolle Orte fahren,  – solche Sachen), die aber auch leicht absurd anmuten. So geben die Herren ihren Lesern Beispiel-SMS an die Hand, die besonders effektiv im Kampf um die Frau sein sollen. „Ich habe Hunger“, schlägt man vor, oder „Ja, Mama, ich habe meinen Wollpulli an und den Schal.“ Denn: Absurde Nachrichten oder SMS an angeblich falsche Adressaten würden die Frau nur so zu einer Antwort herausfordern, mit einem fiktiven Dialog legen die Autoren dar, wie sich ein netter Flirt aus solchen Nachrichten entspinnen könnte. Hier in der Redaktion hielten wir das für bizarr, wir Mädchen waren uns einig, auf „aaaah, nein, ja, oh Gott, tut das gut“ (ein weiteres Beispiel) würden wir niemals antworten. Dennoch muss so was ja getestet werden. Weiterlesen

Du, was ist das denn? Das mit uns?

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Sehen alle aus wie Pärchen. Sind aber keine. Oder?

Es ist die eine, wichtige Frage, die sich zwischen zwei Menschen, die Dates haben, irgendwann auftut: Was sind wir denn jetzt? Ein richtiges Paar, sind wir Freunde, die Sex haben, daten wir „nur“ – oder was soll das Ganze? Ja, diese Frage kommt auf – doch man muss sie auch stellen. Problematisch wird es, wenn nur einer von zweien wissen will, woran er ist – und der andere alles so dahinplätschern lässt. Weil er (ja, meistens er, manchmal sie) sich nicht bekennen will, andere Möglichkeiten offen halten will, sich nicht binden will – aber auf die Annehmlichkeiten eines beziehungsähnlichen Lebens nicht verzichten will. Glück hat da, wer prominent ist.

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Liebeserklärung: Das Zeitfenster-Problem

Jalousien hoch und Fenster auf - bevor es zu spät ist!

Jalousien hoch und Fenster auf – bevor es zu spät ist!

Es gab wilde Gerüchte um den Stand einer möglichen Beziehung zwischen Schauspielerin Katie Holmes und Kollege Jamie Foxx: Sind die beiden ein Paar oder nicht, irgendwie sollen sie Freunde sein oder mehr, er sagte nun, sie hätten nur mal auf einem Charity-Event miteinander getanzt. Wie auch immer, Tatsache ist, dass sich diese Spekulationen nun schon recht lange hinziehen – und auch wenn wir keinen Einblick haben, wie der Beziehungsstatus der beiden nun wirklich aussieht, kann ganz grundsätzlich eine zu lange Dating-Phase, in der man auf Events nur miteinander tanzt oder andere hübsche Dinge unternimmt, zum Problem werden.

Man erinnere sich nur an Carrie und Aidan aus der TV-Serie „Sex and the City“, diese Show, die uns früher immer erklärte, wie das alles so funktioniert rund um Liebe und Dating: Weiterlesen