Vorab erklärt: „Date My Style“

Beim Shoppen - für mich selbst

Beim Shoppen – für mich selbst

Ich will ja, dass Guido Maria Kretschmer mein Leben kommentiert. Und das der Menschen um mich herum, das wäre nett, denn da wären wir uns bestimmt oft einig. So einig, wie bei seinen Kommentaren zu den prominenten und ganz normalen Kandidatinnen von „Shopping Queen“, über die er Dinge sagt, die man sich gerade im selben Moment ebenso dachte.

An GMK kommt man in diesen Tagen wirklich kaum vorbei, jede durchschnittliche Frauenzeitschrift hat nun doch schon mitgekriegt, dass Glööckler nicht das Maß aller TV-Designer-Dinge ist, Kretschmer sitzt bei Lanz, designt nun, natürlich, für die breite Masse im Rahmen seiner ebay-Kooperation – höchste Zeit für erste Kopien, um auf dieser Shopping-Reality-Format-Erfolgswelle mitzuschwimmen.

So läuft ab Montag „Date My Style“ auf VOX. Ich hatte die Möglichkeit, vorab eine Sendung zu sehen und kann sagen: „Shopping Queen“ ist besser. Aber von Anfang an.

Eine kurze Erklärung: Eine Single-Frau trifft jeden Tag zwei Single-Männer. Jeder Mann bekommt 300 Euro und zwei Stunden Zeit, um ihr ein Outfit zusammen zu stellen. Das sollte ihrem Typ schmeicheln, ihren Stil treffen. Am Ende soll sie sich für den entscheiden, der besser geshoppt hat.

Der genaue Ablauf: Sie durchstöbert zunächst alleine mit ihren besten Freundinnen die Wohnungen der Männer. Hihi, da eine Unterhose, hoho, da ein Foto, oho und dort dies und jenes.

Dann wird natürlich eifrig spekuliert, was er wohl für ein Typ sein könnte, wie alt, wie könnte er aussehen – alles spekulieren eigentlich müßg, denn da kommt er auch schon und muss sich einem Kreuzverhör mit den Damen stellen.

Und genau an dieser Stelle wird das ganze Shopping-Prinzip eigentlich hinfällig. Denn Singlefrau und Singlemann treffen hier aufeinander, unterhalten sich – und sieht er gut aus, ist charmant, wird es so völlig egal sein, was er dann einkaufen wird.

Trotzdem muss er dann, ganz nach „Shopping Queen“-Prinzip und mit ihren Maßen versorgt, unter Zeitdruck und mit Budget-Beschränkung für sie shoppenn gehen, ein komplettes Outfit samt Accessoires, kennt man ja. Die Maße-Sache wirkt etwas bizarr – warum verrät man ihm nicht ihre Kleidergröße? So laufen die Männer durch Geschäfte und sagen: „Sie hat Größe 90 – 78 – 90, was haben Sie da da?“

In dieser Zeit sind die Damen schon längst in der Wohnung des zweiten Kandidaten, auch hier etwas Stöbern, auch hier schon das persönliche Kennenlernen, auch hier wird er mit der Zahlenkombination losgeschickt.

Da ist Mann Nr. 1 auch schon wieder zurück, trifft sein Date in der Wohnung des zweiten Mannes. Ja, ein neutraler Treffpunkt wäre vielleicht schicker. Dramaturgisch geschickt kommt aber auch Mann 2 bald darauf zu sich nach Hause, und muss sich mit Mann 1 Dinge sagen wie „Ich gewinne“ – „Nein, ich!“.

Währenddessen werden die Outfits von den Frauen im Schlafzimmer unter die Lupe genommen, es wird gekichert, anprobiert, gelästert, wie Frauen das eben so machen (wenn VOX überlegt, wie Frauen so sind).

Am Ende kommt sie im Outfit des Gewinners ins Wohnzimmer, er ist Tagessieger und darf sich am Freitag mit den vier anderne Tagessiegern messen (wie das dann aussieht führt an dieser Stelle zu weit, es wird, so viel sei verraten „eine noch härtere Challenge“. Sagt VOX).

Fazit: Da hat man einfach mal alle einigermaßen erfolgreichen Nachmittagsformate zusammengewürfelt. Natürlich „Shopping Queen“, großzügig garniert mit „Mieten, Kaufen Wohnen“ (Wohnungsbesichtigung), „Das Perfekte Dinner“ (die Herren hinterlassen manchmal ganze Menüs für die Damen in ihrer Wohnung) und dann irgendwie noch was mit Liebe dazu. Gibt ja immer mehr Singles.

Problematisch wird es, wenn „das Modische mit dem Menschlichen überkreuz“ geht, wie es Kandidatin Tina formuliert. Soll sie dann dem Konzept der Show folgen und das bessere Outfit vom unsympathischeren Mann wählen? Oder den tollen Mann, für den es dann aber das ganze Shopping-Getue nicht gebraucht hätte?

Wie auch immer. Manchmal lohnt sich das Gucken schon für die Bauchbinden-Texte. Da heißt es zum Beispiel über den Pferde-Fan: „Ist er Tinas Mister Reit?“ Ach ach.

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2 Kommentare zu “Vorab erklärt: „Date My Style“

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