Getestet: „Face to Face“-Dating

Am Wochenende war ich auf einer Single-Veranstaltung. Auf einem Dating-Event. Auf einer Kennenlern-Party. Wie man es auch formuliert – es klingt schlimm. Nach Kurzarmhemd-Trägern, nach „Und was machst du so?“, nach Größenunterschied und „Ü-40“. Und genauso war es. Dabei war die Idee eigentlich nicht schlecht: Beim „Face to Face“-Dating kann man an einem Abend etwa 40 potenzielle Partner kennenlernen. Theoretisch.

Die Regeln sind kompliziert: Mit einem zuvor fest zugeteilten Menschen tingelt man im eineinhalb-Stunden-Rhythmus durch drei Bars. In jeder Bar trifft man auf jeweils zwei andere Paare, nach Ablauf der 90 Minuten trennt man sich, ein Paar bleibt, die anderen gehen in jeweils andere Bars, wo wieder zwei neue Paare warten. Ich bewundere die Veranstalter für die Logistik – so entstehen aus insgesamt rund 40 Paaren diverse Kombinationen, am Ende treffen sich alle Teilnehmer in einer letzten Location. Weiterlesen

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Das war … dufte! Oder?

Pheromon-Party

Die Nummer 18 konnte nicht identifiziert werden

Die Sprüche sitzen: „Ich hab gehört, du kannst mich gut riechen“, will meine Freundin Tanja sagen, wenn ein ein Typ ihr T-Shirt ausgewählt hat.

Ok, das bietet sich an und liegt sehr nahe, genauso wie „Liebe geht durch die Nase“, „Nase voll“, der Spruch vom „stinknormalen Date“, „immer der Nase nach“ oder „der Schweiß war nicht heiß“ – all das übrigens verzweifelte Versuche der Journalisten-Kollegen, Deutschlands „erste Pheromon-Party“ irgendwie kreativ aufzuarbeiten. Ich mache dann mal mit.

Tanja, 27 und Studentin, hat sich brav an die Regeln dieses Trends aus, na klar, Amerika gehalten: Drei Nächte lang schlief sie im selben T-Shirt, tagsüber kam es luftdicht verpackt ins Tiefkühlfach, die Frischhaltetüte samt T-Shirt hat sie nun, an diesem Freitagabend, dabei. In einer Miet-Location in Berlin-Friedrichshain findet das groß beworbene Event statt, zu einer eher ungewöhnlichen Party-Zeit um 20 Uhr – und um 20.15 Uhr sind auch schon alle da. „Alle“ bedeutet in diesem Fall: Kollegen. Aus meinem Haus gleich drei, von jeder Berliner Zeitung sowieso, auch das Fernsehen wurde von den fleißigen und sehr freundlichen PR-Mitarbeiterinnen der veranstaltenden Datingseite Shop A Man informiert.

Wir alle wollen darüber berichten, ob es stimmt, dass die Geruchslockstoffe, die der Mensch absondert, unsere Partnerwahl bestimmen oder zumindest beeinflussen. Braucht man überhaupt diesen ersten Blick für die Liebe auf den ersten Blick, läuft das nicht alles in Wahrheit über unsere Ur-Instinkte? So, dass man sich auf den ersten Schnuff verlieben kann?

Wir wollen das testen. Eigentlich. Denn leider steht das Konzept der Party, die genau das enthüllen soll, dem selbst entgegen: Weiterlesen