Liebeserklärung: Eine richtig große Liebe

Ja, die Liebe der Autorin zu Karl ist auch sehr groß.

Ja, die Liebe der Autorin zu Karl ist auch sehr groß.

„Hat sie nicht wunderschöne, blaue Augen?“, fragt er. Und hier, da hat er noch ein Foto, sein ganzes iPad, sein Telefonspeicher, alles voller Fotos seiner Liebsten. Und alle 30 Minuten kommt ein neues, die beiden sind immer in Kontakt, auch wenn sie gerade nicht an einem Ort sind. Zum ersten Dezember-Wochenende war Designer-König Karl Lagerfeld zu Gast in der Redaktion der „Welt“, um eine Ausgabe der „Welt am Sonntag“ zu gestalten. Und während er unglaublich konzentriert an seinen Illustrationen arbeitete, sprach er immer wieder von ihr, nein, von IHR, seiner großen Liebe.

Die mit den schönen, blauen Augen, die, die als einzige in sein Schlafzimmer darf, die, die mit ihm am Tisch sitzt und isst. Ihr Name? Choupette, was aus dem Französischen übersetzt ungefähr so viel heißt wie „hübsches, niedliches Haustier“. Denn sie ist eine Katze – und trotzdem wohl das Wesen, das Lagerfeld auf der ganzen Welt am meisten liebt.

Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man miterlebt, wie er von ihr schwärmt, als sei sie nicht nur ein Mensch, sondern sein Herzensmensch. Seit dem Tod seines Lebenspartners Jaques de Bascher 1989 lebt Lagerfeld alleine, hatte nie wieder eine Beziehung. Sicher, er umgibt sich mit Musen, schönen Männern, die heißen Sébastien oder Baptiste, aber eine enge, seelische Bindung scheint er kaum zu jemandem zu haben.

Bis Choupette kam. Die ihn wahrlich glücklich zu machen scheint. „Ich hab immer über diese Leute gelacht, die so vernarrt in ihre Tiere waren“, sagt Lagerfeld auch noch an diesem Nachmittag, „jetzt bin ich viel schlimmer.“ Kann denn eine Bindung zu einem Tier das geben, was die Beziehung zu einem Menschen gibt? Die Forschung erachtet hierbei die Qualität der Beziehung als entscheidend – es reiche nicht, dass ein Tier im Haushalt lebt, um soziale Defizite auszugleichen. Empfindet man aber dem Tier gegenüber positive Gefühle, gar Liebe, dann sind die Auswirkungen dieser Liebe durchaus vergleichbar mit denen, die Beziehungen zu Mitmenschen haben können. Man fühlt sich also sicher, nicht einsam, getröstet.

Und da ein Tier seine Zuneigung nicht von äußeren Faktoren, Werten und Normen abhängig macht, kann es sogar ein noch besserer Freund sein als mancher Mensch. Lagerfeld scheint das zu wissen – und sorgt dementsprechend gut für seine Freundin Choupette. Die trägt gerne Chanel und hat zwei eigene Zofen.

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